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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Das Zwebendorfer Erntedankfest

Das Zwebendorfer Erntedankfest

Henning Mertens

Das Zwebendorfer Erntedankfest

Dorfgemeinschaft belebt bäuerliche Tradition

Hochspannung herrscht beim Kuhlotto am Sonntag (Foto: Henning Mertens)
Hochspannung herrscht beim Kuhlotto am Sonntag (Foto: Henning Mertens)

Ein bunt geschmückter Wagen, randvoll bepackt mit den Früchten des Herbstes rumpelt durch schmale Straßen, begleitet von einem munteren Tross Fackeln und Laternen tragender Kinder mit ihren Eltern. Den Marschtakt gibt eine Kapelle vor. Es ist der Auftakt des Zwebendorfer Erntedankfestes, das der Heimatverein des kleinen Ortes am dritten Septemberwochenende jedes Jahres veranstaltet. An insgesamt drei Tagen steigert sich das Treiben bis zum Höhepunkt am Sonntag, wo sich das gesamte Dorf noch einmal zu Kuhlotto, Wettmelken, Schubkarrenrennen und zur Versteigerung der auf dem Erntewagen befindlichen Feldfrüchte trifft.

Die Vorbereitungen der Vereinsmitglieder rund um die Vorsitzende Karin Leonhardt beginnen bereits Wochen vorher mit dem Binden der Erntekrone. Wie in alten Zeiten ziehen die Männer mit der Sense aufs Feld und ernten das reife Korn. Danach binden und schmücken die Frauen das traditionelle Geflecht nach einer alten Technik, die man sich durch die Weitergabe von Generation zu Generation über Jahrzehnte erhalten hat.

Der Festumzug am Freitag endet am Zwebendorfer Gasthof, wo der Abend beim entspannten Imbiss ausklingt. Am Samstagabend trifft sich die Festgemeinde an selber Stelle wieder: Diesmal zum „Tanz unter der Erntedankkrone" im Saal des Wirtshauses. Ausflügler aus der ganzen Region kommen am Sonntag auf ihre Kosten. Nach dem traditionellen Erntedankgottesdienst am Morgen breitet sich rund um den Festplatz ein geschäftiges Treiben aus. Regionale Händler öffnen ihre Marktstände, das Glücksrad beginnt zu rattern, der Duft gebratenen Fleisches steigt in die Nase. Auch die letzten Lose für das Kuhlotto finden ihren Absatz. Bald ist der ganze Ort auf den Beinen und fiebert bei stimmungsvoller Musik den nachmittäglichen Höhepunkten entgegen.

Diese kündigen sich mit bunt im Wind flatternden Drachen an, die von den Kindern des Dorfes gebaut um den Sieg streiten.

Punkt 14 Uhr öffnet sich dann das Gatter, das die 225 Los-Quadrate umschließt. Eine Kuh des örtlichen Bauernhofes wird hereingeführt, unter Spektakel und Lockrufen der Losbesitzer zu beeinflussen versucht - bis der Fladen fällt.

Auktionator Eberhard Leonhardt versteigert die Feldfrüchte des Erntewagens (Foto: Henning Mertens)
Auktionator Eberhard Leonhardt versteigert die Feldfrüchte des Erntewagens (Foto: Henning Mertens)

Beim Wettmelken braucht es Geschick und Ausdauer. Am Wettkampfgerät, einem Holzgestell mit Gummieuter, habe sie selbst das Melken gelernt, erzählt Bio-Bäuerin Ursula Häusler. Die Kampfrichterin kennt die meisten hier, gibt Anfängern einen hilfreichen Tipp und hat ein waches, verschmitztes Auge auf die Teilnehmer. „Es soll ja vor allem Spaß machen", meint sie.

Dann kommt es zur Versteigerung der Feldfrüchte vom Erntewagen: Goldgelb schimmern die Maiskolben, die Auktionator Eberhard Leonhardt demonstrativ nach oben hält. Auch frische Möhren, Kürbisse oder manchmal ganze Weizensäcke kommen unter den Hammer. Mit dem Leeren des Wagens neigt sich auch das Erntedankfest seinem gemütlichen Ausklang entgegen.

Die Veranstaltungen des Heimatvereins Zwebendorf sind ein Treffpunkt für die ganze Gemeinde und Freunde aus der Umgebung. Das Erntedankfest bildet den Jahreshöhepunkt und ist seit Jahren ein fester Termin im Veranstaltungskalender der Stadt Landsberg.

Mehr Informationen und Veranstaltungs-Termine sind zu finden unter: www.zwebendorf.de

Weitere Impressionen vom Zwebendorfer Erntedank

Fotos: Henning Mertens
Beim Wettmelken geht es um die richtige Technik. Ursula Häusler (rechts) erklärt, wie es geht.Nachbarschaftshilfe: Mitglieder des Fördervereins Klepziger Kirche zeigen, wie vor 50 Jahren Korn gedroschen wurde.Reich bestückt: Der Erntewagen des Zwebendorfer HeimatvereinsEine schweißtreibende Angelegenheit: Korn dreschen vor über 50 Jahren

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