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Die verlassene Schule bei Tschernobyl - Lost Place

Nic

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer der schlimmsten Nuklearkatastrophen. Die freigesetzte Radioaktivität entsprach dem zehnfachen der Atom-Bombe von Hiroshima 1945. Erst drei Tage später wurde die 3 km entfernte Stadt Prypjat evakuiert und alle Bürger mussten ab 14 Uhr "vorübergehend" ihren Wohnort verlassen. Seither ist die Mittelschule der Stadt verwaist.

30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Doch genau die machen den Ort sehenswert. Der Großteil der Mittelschule ist in einem unberührten Verfallszustand. Die Wände verlieren ihre Farbe, die alten Schulbücher erinnern an den einstigen Schulalltag. Das Heft zeigt Klassenräumen, Flure, die Turnhalle und die große Schulaula.

Das Heft bietet in der Mitte ein doppelseitiges Poster.

ISBN: 978-3-86397-121-2

Preis: 3,00 €

Sicheln aus Säbelklingen und Bleifiguren aus Gewehrkugeln

Inge Fricke

Blick in eine Vitrine der Ausstellung "Aus Schwertern sollen Sensen werden" (Foto: Gunter George)
Blick in eine Vitrine der Ausstellung "Aus Schwertern sollen Sensen werden" (Foto: Gunter George)

Ein besonderes Stück Heimat- und Regionalgeschichte wird derzeit in einer Sonderausstellung im Landsberger Museum "Bernhard Brühl" lebendig. Unter der Überschrift "Aus Schwertern sollen Sensen werden" zeigt die Ausstellung unter anderem Gebrauchsgegenstände, welche die Zivilbevölkerung aus Waffen und Ausrüstungsgegenständen fertigte, die nach den großen Schlachten der Napoleonischen Kriege, wie der Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt 1806 und der Völkerschlacht bei Leipzig 1813, aufgelesen wurden.

Nach den Schlachten musste die Zivilbevölkerung auf den Schlachtfeldern die gefallenen Soldaten und Offiziere begraben. Die Sieger sammelten alles Brauchbare für ihr Militärwesen ein oder verkauften es an andere Länder. Trotz strenger Verbote nahm auch die Zivilbevölkerung Waffen und Ausrüstungsgegenstände mit nach Hause. Da die Waffen aus hochwertigen Materialien hergestellt wurden, sind viele Waffen für den zivilen Gebrauch umgearbeitet worden. So wurden beispielsweise die langen Infanteriegewehre gekürzt und zu zivilen Jagdgewehren umgebaut. Aus den Klingen der Säbel, Degen, Pallasche und Faschinenmesser wurden in den Schmiedewerkstätten Sensen, Sicheln, Reb- und Rübenmesser gefertigt. Selbst Hufeisen wurden von den Pferdekadavern entfernt, um sie privat zu nutzen. Der bekannte Ausspruch, dass "man Glück hat, wenn man ein Hufeisen findet", hat in dieser Zeit seinen Ursprung. Ebenso wurden Kanonenkugeln, Kartätschen und Gewehrkugeln auf den Schlachtfeldern gesammelt, um sie an Händler zu verkaufen. Noch über hundert Jahre später sammelten die Kinder Gewehrkugeln vom Boden der Schlachtfelder auf, schmolzen sie in Gießtiegeln ein und gossen daraus Bleifiguren.

Die Ausstellung "Aus Schwertern sollen Sensen werden" ist bis zum 18. Oktober 2015, dienstags, donnerstags, samstags und sonntags, von 13 bis 17 Uhr, im Landsberger Museum "Bernhard Brühl" zu sehen. Andere Besuchszeiten können, unter Tel. (034602) 20690, vereinbart werden. Im Rahmen der Ausstellung sind auch verschiedene Veranstaltungen geplant. Die Veranstaltungstermine werden zum gegebenen Zeitpunkt in der Presse und im Internet veröffentlicht.

Inge Fricke, Museum Landsberg

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