Landsberg-Lese

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Sesenheimer Liebeslyrik

Florian Russi

Während seines Studiums in Straßburg lernte Johann Wolfgang von Goethe die Sesenheimer Pfarrerstochter Friederike Brion kennen. Die beiden verliebten sich ineinander und Goethe wurde durch Friederike zu wundervollen Gedichten angeregt.

Einige von ihnen (Heideröslein, Mailied, Willkommen und Abschied u. a.) zählen zu seinen besten und beliebtesten überhaupt. In diesem Heft sind sie vorgestellt und mit Bildern und Erläuterungen angereichert.

Olaf Heinrich

Olaf Heinrich

Henning Mertens

Hier erregt ein schlecht gesetzter Abwasserschacht seine Aufmerksamkeit, dort ein ungünstig aufgestellter Wegweiser. Entrüstet zeigt er auf ein abgedecktes Fenster im ehrwürdigen Gemäuer der Romanischen Doppelkapelle, das kürzlich eingeworfen wurde. Spontane Freude bereitet ihm dagegen der Baufortschritt des neuen Spielplatzes auf dem Schulberg. Dann sind seine Gedanken wieder bei den anstehenden Eingliederungen weiterer Gemeinden in die Stadtgemeinschaft. Die Bürger möchte er mitnehmen, Geschaffenes erhalten und Gemeinsamkeiten fördern. Geht man mit Olaf Heinrich durch Landsberg, spürt man seine enge Verbundenheit zur Stadt und den Menschen. Seit 12 Jahren ist er hier Bürgermeister. 

Olaf Heinrich, verheiratet und Vater einer siebenjährigen Tochter (Stand 2009) ist Landsberger. Darüber kann auch der Geburtsort Halle / Saale nicht wegtäuschen. Damals in den 60ern stand dort eben das Geburtskrankenhaus für das ganze Umland. 1961 war es, als er mitten in den Jubiläumsfeierlichkeiten zum 1.000-jährigen Bestehen Landsbergs zur Welt kam. Er wuchs in der Stadt auf, ging hier zur Schule und rodelte auch mit den anderen Kindern im Winter mit Vorliebe den Schulberg herunter. Als begeisterter Sportler war er neben Handball, Fußball und Leichtathletik auch Mitglied im örtlichen Billardverein.

Es folgte eine Fachausbildung zum Koch, mit der er 1983 als Gastronom ein Restaurant nahe dem thüringischen Saalfeld übernahm. Die politische Wende führte ihn 1991 als Geschäftsführer einer Gastwirtschaft nach Garmisch-Partenkirchen direkt an den Zieleinlauf der bekannten Kandahar-Abfahrt. Doch 1994 rief nach 11 Jahren in der Fremde endgültig die Heimat. Und so eröffnete er am Gollmaer Lindenplatz ein Versicherungsbüro.

Bürgermeister Olaf Heinrich bei der Einweihung eines neuen Anbaus für die Landsberger Grundschule – hier mit Schulleiter Hendrik Stoye
Bürgermeister Olaf Heinrich bei der Einweihung eines neuen Anbaus für die Landsberger Grundschule – hier mit Schulleiter Hendrik Stoye

Der Billardverein existierte inzwischen nicht mehr, obwohl man es damals bis in die DDR-Meisterschaften geschafft hatte und durchs ganze Land gereist war. Doch dafür stand der Handball in voller Blüte. Dort trainierte Heinrich noch in seiner Amtszeit als Bürgermeister die männliche E- und A-Jugend. Seit drei Jahren hat er sich allerdings vom aktiven Vereinssport verabschiedet und den Golfsport für sich entdeckt. Seinem sportlichen Ehrgeiz verdankt er bereits jetzt ein Handicap von 21,1, das in Amateurkreisen beachtlich ist.

1997 war es, der Autor dieses Artikels schrieb gerade am Landsberger Gymnasium sein Abitur, als Olaf Heinrich mit 36 Jahren zum Bürgermeister der Stadt gewählt wurde. Der junge Amtsinhaber meisterte die großen Fragen seiner Zeit, die oft noch mit Themen wie Anschluss an das zentrale Wassernetz, Aufbau der Infrastruktur und Sanierung der Innenstadt verbunden waren. Vieles davon ist heute geschafft und Landsberg eine blühende Kleinstadt. Auch das Gewerbegebiet wuchs in dieser Zeit stattlich heran und platzt heute aus allen Nähten. Deshalb steht die Verbesserung der Verkehrsanschlüsse ganz oben auf seinem Programm. Und dann sind da noch die Eingemeindungen. Zu den heutigen acht Ortsteilen sollen bis 2011 noch einmal sieben hinzukommen. Es sind Ortschaften, die genauso gut auf dem Mond liegen könnten. „Hier gehen Gemeinden zusammen, die sich bisher völlig unabhängig voneinander entwickelt haben. Da besteht Integrationsbedarf", erklärt Heinrich.

Seit 1997 pflegt die Gemeinde auch eine enge Partnerschaft zum Trägerwerk Soziale Dienste ins Sachsen Anhalt e.V. Der gemeinnützige Verein betreibt ein Kinderheim und ein intensiv betreutes Wohnen. Seit Kurzem bietet man auch eine Kurzzeitpflege an und baut mitten in der Stadt ein modernes Seniorenzentrum. Gemeinsam wurden bereits einige Kinder- und Jugendprojekte realisiert. Olaf Heinrich sitzt im Vorstand des Kuratoriums und wechselt bald in den Aufsichtsrat.

Den Draht zu den Bürgern seiner Stadt hält er durch den Besuch der verschiedenen Feste und Veranstaltungen in den einzelnen Ortschaften. Ob Dreschfest, Erntedank, Feuerwehrfest oder Vereinsjubiläen: Er erfreut sich an den positiven Entwicklungen und am Engagement der Aktiven. Man kommt in der lockeren Atmosphäre schnell ins Gespräch und erfährt, wo der Schuh drückt. Das schafft Vertrauen und eine persönliche Beziehung.

In einem Interview stellte sich Olaf Heinrich den Fragen des Autors:

Herr Heinrich, als Bürgermeister gilt Ihr Engagement einer ganzen Stadt. Aber gibt es hier einen Ort, an dem Sie sich besonders wohlfühlen?

Das ist ganz klar mein Schreibtisch. Ich liebe meine Arbeit und hier laufen alle Fäden zusammen. Von diesem Platz aus steuere ich alle Angelegenheiten, die zur Entwicklung der Stadt beitragen.

Was würden Sie den Menschen zeigen, die Ihre Stadt besuchen?

Zuerst würde ich ihnen unsere Sehenswürdigkeiten nahe bringen, und tatsächlich lade ich meine Besucher immer zu allererst zu einem Rundgang über den Kapellenberg ein. Als Erhebung mitten in der Stadt verdeutlicht er hervorragend die Kontraste und Facetten unserer Gemeinde. Angefangen bei den Dächern der Altstadt und den grün bewachsenen Porphyrkuppen geht der Blick zum modernen Schulkomplex des  Gymnasiums, zu unserem idyllischen Felsenbad und schlussendlich hat man auch einen beeindruckenden Blick über das Landsberger Gewerbegebiet.

Wie sieht Erholung für Sie aus, und wo haben Sie Ihren letzten Urlaub verbracht?

Seit meiner Zeit in Garmisch-Partenkirchen haben mich die Berge in ihren Bann gezogen. Ich wandere und klettere sehr gern. Dabei komme ich wunderbar zur Ruhe. Im Winter fahre ich auch gern Ski. Der Sommerurlaub 2009 führte meine Familie und mich in die Dolomiten.

Welche herausragenden Persönlichkeiten verbinden Sie mit Landsberg?

Da gibt es zwei Personen, die ich gern hervorheben möchte. Zum Einen den Lehrer Bernhard Brühl und zum Anderen den Apotheker Heinz-Walther Borgass. Beide sind so etwas wie das Gedächtnis der Stadt. Sie haben unsere Geschichte zusammengetragen, aufgeschrieben und auch für zukünftige Generationen nachvollziehbar festgehalten. Neben diesen beiden Persönlichkeiten gibt es aber noch so viele engagierte Menschen, die auf ihre Weise zum Gemeinwohl beitragen. Davon lebt eine Kleinstadt wie Landsberg. Deshalb gibt es für mich auch keine wirklich herausragenden Personen, sondern viele Leuchttürmchen, die diese Stadt so lebenswert machen.

Welche Herausforderugen gab es während Ihrer bisherigen Amtszeit und welche Projekte lagen Ihnen besonders am Herzen?

Zu Beginn meiner Amtszeit gab es die großen Themen Wasser und Abwasser. Eigentlich banal, erschwerte jedoch der felsige Untergrund erheblich die notwendigen Arbeiten. Wir wollten Landsberg endlich an das zentrale Wassernetz anschließen und damit die Lebensqualität steigern. Viele Bürger erinnern sich noch heute an das kalkhaltige, harte Wasser und auch an die mühseligen Arbeiten, die neuen Leitungen in Landsberg zu verlegen.

Dann ist da noch die Errichtung eines Seniorenzentrums, das uns seit mittlerweile acht Jahren umtreibt. Bereits 2001 haben wir dafür ein Grundstück gekauft und suchten nach einem Investor. 2008 sind wir endlich fündig geworden und jetzt steht da dieser Bau-Kran wie ein Symbol unseres Erfolges.

Auch das Gewerbegebiet ist ein Dauerprojekt, das mich damals wie heute umtreibt.

Was ist für Sie persönlich der größte Erfolg?

Den feiere ich jedes Mal, wenn ich am Jahresende einen „Haken" an unsere Jahresziele setzen kann. Dabei ist es schon ein echter Erfolg, wenn man 80 % davon erreicht. Wir setzen uns da viele kleine Ziele, die am Ende alle das Gemeinwohl fördern.

Welche Ziele haben Sie sich noch vorgenommen zu erreichen?

Materiell möchte ich erreichen, dass Landsberg in 10 Jahren schuldenfrei und damit unabhängig ist. Das ist sehr schwer, aber möglich. Auf ideeller Ebene wünsche ich mir, dass die „neue" Stadt Landsberg mit ihren bald 15 Ortsteilen zusammenwächst und sich ein selbstbewusstes Wir-Gefühl entwickelt.

Außerdem möchte ich unsere Stadt dauerhaft mit Leben füllen. Dazu braucht es einen gesunden Zustrom junger Familien, für die wir unsere Kindertagesstätten und Schulen kontinuierlich ausbauen. Und es gibt das Gewerbegebiet, das wir mit attraktiven Arbeitsplätzen füllen. Mit dem jüngsten Zuwachs, der Firma Jungheinrich haben wir wieder einmal den Anspruch unterstrichen, auch produzierendes Gewerbe anzusiedeln.

Wirtschaftlich nimmt Landsberg eine echte Ausnahmeposition ein. Mit dem Rossmann Zentrallager und der Firmenzentrale von Mäc Geiz haben sich echte Leuchttürme angesiedelt. Hat das Auswirkungen auf die kulturelle Entwicklung einer Gemeinde?

So einfach das klingt, hat Kultur immer etwas mit Geld zu tun. Auf Grund der erfreulichen Steuereinnahmen, die uns die angesiedelten Unternehmen ermöglichen, können wir uns deutlich mehr leisten, als unseren zentralen Pflichten nachzukommen. Wir unterstützen unsere Vereine in ihrer Kulturarbeit, geben Publikationen heraus und leisten uns eine eigene Bibliothek.

Was verbinden Sie mit dem Begriff „Heimat"?

Ich verbinde ihn mit dem Ort, an dem man geboren ist und seine Kindheit verbracht hat. Deshalb bin ich sehr glücklich darüber, heute an genau diesem Ort wirken und das Leben hier mitgestalten zu können. Und ich freue mich, dass er auch für viele andere Menschen zur Heimat wird.

Was den Landsberger besonders charakterisiert, umtreibt den Autor als letzte Frage... was meint Olaf Heinrich dazu?

Der Landsberger ist vor allem eines: Erfolgsorientiert. Das macht uns mancherorts unbeliebt, treibt uns aber voran. Die Landsberger verfolgen konsequent ihre Ziele, sowohl im Sport als auch in Beruf und Vereinsarbeit. Durch dieses Engagement entsteht ein großartiger Zusammenhalt.

Herr Heinrich, vielen Dank.

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